14. Juni 2016

Stottertherapie – Neue Studie stellt bisherige Annahme auf den Kopf

Kassel – „Kann eine methodenintegrierende globale Sprechrestrukturierung negative Emotionen mindern?“ Der bislang in der internationalen Stotterforschung bestehende Konsens, dass eine sprechtechnisch orientierte Stottertherapie zwar die Sprechflüssigkeit verbessert, die verfestigten negativen Gefühle und Belastungen jedoch erst durch zusätzliche therapeutische Maßnahmen wie eine kognitive Verhaltenstherapie verringert werden, wurde durch eine vor wenigen Tagen erschienene wissenschaftliche Studie widerlegt. Die Studie erschien am 15. Juni in der Logos, einer Fachzeitschrift für akademische Sprachtherapie und Logopädie. Prof. Dr. Harald Euler, wissenschaftlicher Direktor des PARLO-Instituts im nordhessischen Calden, befragte 122 erwachsene und 58 jugendliche Personen, die an der Kasseler Stottertherapie „Fluency ShapingFluency Shaping: (fluency: Flüssigkeit, Fluss; shaping: formen) – Anders als andere SprechtechnikenSprechtechniken: Sprechtechniken helfen Stotternden, sich ein kontrollierteres und flüssigeres Sprechen zu erarbeiten. Hierbei gibt es eine Vielzahl verschiedener Ansätze und Herangehensweisen – alle verfolgen jedoch das Ziel, das Auftreten des Stotterns zu reduzieren., setzt „Fluency Shaping“ nicht erst an der auftretenden Sprechblockade an. Ziel ist ein durchgängiges weiches Sprechen, was zu einem flüssigeren Sprechen führt und SprechblockadenSprechblockaden: Als Blockaden werden die im Redefluss auftretenden Unterbrechungen durch Stotterereignisse beschrieben. Sie zeigen sich meist durch Wiederholungen und Dehnungen von Lauten, Worten und Sätzen sowie Blockierungen der Artikulation, Atmung und Stimmgebung. durch ein kontinuierliches Anwenden vorbeugt.“ teilnahmen. Zu verschiedenen Messzeitpunkten wurde mittels eines speziell für Stotternde konzipierten Fragebogens, der Einfluss des Stotterns auf das Leben gemessen. Das von Prof. Euler so nicht erwartete Ergebnis stellt die bisherige Annhamen auf den Kopf. Nähere Informationen zu der Studie finden Sie in der Publikaton oder in der anlässlich der Veröffentlichung erschienenen Pressemitteilung. > Die vollständige Publikation finden Sie hier [PDF] > Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier [PDF]