Dr. Alexander Wolff von Gudenberg, Facharzt für Allgemeinmedizin, Stimm- und Sprachstörungen und Anbieter der Kasseler Stottertherapie, sagt über sich selbst:
„Ich bin Betroffener mit früher, sehr ausgeprägter Symptomatik. Über zwanzig Jahre habe ich etwa ein Dutzend unterschiedlichster Therapien gemacht. Als Kind waren das vorwiegend logopädischer, musiktherapeutischer und krankengymnastischer Unterricht und zwei sechsmonatige Sprachheilheimaufenthalte. Als Jugendlicher und Erwachsener habe ich psychologisch ausgerichtete Therapieansätze durchlaufen – eine Therapie in Züntersbach, der Nichtvermeidensansatz nach van Riper an der FU in Berlin, mehrere verhaltentherapeutische Konzepte z.B. an der Medizinischen Hochschule Hannover sowie eine zweijährige Psychoanalyse.
Dies blieb alles ohne bleibenden Erfolg.
Deshalb habe ich während meiner Tätigkeit als Assistenzarzt fünf Jahre lang mit einem tragbaren DAF (Sprachverzögerer) gesprochen, mit dem es mir erst möglich war, die verbalen Anforderungen in der Klinik zu meistern, natürlich auch stotternd, aber mit mehr Kontrollgefühl.
Während eines einjährigen Promotionsstipendiums in den USA lernte ich neue Konzepte kennen, die sogenannten fluency shaping-Verfahren. Das bekannteste und am besten aufgebaute und durchgeführte Konzept ist das Precision Fluency Shaping Program (PFSP) nach Dr. Webster, an dem ich auch teilnahm. Hier gelang es mir zum ersten Mal, zeitweise Kontrolle über mein Sprechen zu bekommen. Leider fehlte ein gutes Nachsorgeprogramm, was man braucht, um die erreichte Sprechflüssigkeit aufrechtzuerhalten, weshalb ich mehrere Rückfälle hatte.
Erst durch die jetzt vorliegende computerisierte Form des PFSP, die längerfristiges präzises Üben ermöglicht, konnte ich die stark verbesserte Sprechflüssigkeit stabilisieren und halten, mittlerweile über sieben Jahre. Dazu beigetragen hat auch die regelmäßige Teilnahme an Auffrischungswochenenden, die mit anderen PFSP-Teilnehmern über Jahre selbst organisiert wurden.
Darüber hinaus habe ich mich immer auch beruflich mit dem Stottern beschäftigt, so zum Beispiel in meiner Doktorarbeit, in der ich die unterschiedlichen Therapieansätze im deutschsprachigen Raum und in den USA untersucht und verglichen habe. Auch das "Smooth Speech-Concept" in Sydney, Australien, habe ich mir vor Ort angesehen.
Im Rahmen meiner Zusatzausbildung zum Arzt für Sprach- und Stimmstörungen habe ich je drei Monate in der Rheinischen Landesklinik bei Holger Prüß (Integrative Stottertherapie nach Prüß) und in der Arbeitsgruppe für Neurophonetik im Max Planck Institut für Psychiatrie in München hospitiert.
Seit über fünf Jahren führe ich verantwortlich die Therapiestudie mit dem hier vorgestellten Konzept zusammen mit Professor Euler an der Universität Gesamthochschule Kassel durch.
Es ist mir nach meiner eigenen „Therapiegeschichte“ ein Anliegen, auf dem in Deutschland bisher vernachlässigtem Gebiet der Therapieforschung einen Beitrag zu leisten. So erhoffe ich mir in Zukunft Verlaufs-und Erfolgskontrollen in allen seriösen Therapieformen, um sie für die hilfesuchenden Klienten besser beurteilbar, d.h. besser vergleichbar zu machen.
Darüber hinaus möchte ich durch das Angebot dieses für den deutschen Sprachraum neuen Therapiekonzepts die Therapiesituation verbessern.“