Stottern und Logopädie Mädchen an Hand der Eltern

Zu den Hauptarbeitsfeldern der Logopädie gehören neben der Diagnostik und der Therapie von Kommunikationsstörungen auch die Prävention und Beratung von Patienten und deren Angehörigen sowie weiterer Kontaktpersonen (Erzieher, Lehrer, etc.). Die Logopädie behandelt alle Bereiche der Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen.

In Bezug auf die Redeflussstörung Stottern ist die 1x wöchentlich stattfindende, logopädische Behandlung wohl der verbreitetste Therapieansatz. Kinderärzte und Fachärzte überweisen Stotternde häufig zunächst zu Logopäden. Zur Abklärung der sehr komplexen und uneinheitlichen Sprechstörung Stottern sollte stets ein auf diesem Gebiet erfahrener Sprachtherapeut aufgesucht werden.

Logopädie im Vergleich zur Intensivtherapie

Die typische Therapiekarriere eines Stotternden beginnt meist in der Kindheit mit einer unspezifischen, logopädischen Therapie, die einmal wöchentlich in Einzelsitzungen stattfindet. Diese ist jedoch nur in 8 % der Fälle die letzte bzw. einzig verabreichte Therapie. Häufig werden auch Verfahren wie Hypnose, Atemtherapie oder Psychotherapie im Kampf gegen das Stottern gewählt. Im Zuge einer rückblickenden Befragung bereits behandelter Stotternder durch unabhängige Wissenschaftler wurde die Wirksamkeit der 5 häufigsten Stottertherapien im deutschsprachigen Raum bewertet.

Atemtherapie, Hypnose und unspezifizierter, logopädischer Therapie wurden eine unzureichende, begrenzte Wirksamkeit in Bezug auf das Störungsbild Stottern zugeordnet. Zwei Verfahren – die Stottermodifikation und der Fluency-Shaping-Ansatz – zeigten eine langfristig positive Wirkung.

Schlussfolgernd zeigt die Studie, dass im Vergleich, Verfahren die einen intensiven Zeitplan (mindestens mehrere Tage hintereinander) verfolgen, besser als extensive – einmal wöchentlich stattfindende Therapiesitzungen – und die Behandlung in der Gruppe besser als Einzelbehandlung abschneidet.

Was zeichnet eine seriöse Intensiv-StottertherapieIntensiv-Stottertherapie: Anders als bei der ambulanten Therapie, bei welcher der Stotternde den Behandlungsort regelmäßig aufsucht, verbleibt er bei der Intensivtherapie über einen gewissen Zeitraum in einem Therapiezentrum. Eine intensivere Behandlung und Betreuung des Patienten stellt sich ein. aus?

Ziel ist es, eine auf die Bedürfnisse des Betroffenen zugeschnittene Therapie zu finden. Dabei sollten Therapien, welche dem Betroffenen SymptomfreiheitSymptomfreiheit: Diese beschreibt einen Zustand, in welchem der Stotternde über einen gewissen Zeitraum ohne hörbares Stottern spricht. Dieses Zufallsprodukt kann durch verschiedene Therapieformen schnell erreicht werden, ist jedoch fast immer nur von kurzer Dauer. in kürzester Zeit versprechen, kritisch betrachtet werden. Spontan eintretende, jedoch kurzfristige, SymptomfreiheitSymptomfreiheit: Diese beschreibt einen Zustand, in welchem der Stotternde über einen gewissen Zeitraum ohne hörbares Stottern spricht. Dieses Zufallsprodukt kann durch verschiedene Therapieformen schnell erreicht werden, ist jedoch fast immer nur von kurzer Dauer. ist nicht ungewöhnlich, hat aber nichts mit „Heilung“ zu tun, sondern liegt in anderen Faktoren begründet.

Merkmale einer seriösen Stottertherapie sind: Intensive Stottertherapie

  • Intensives Erlernen und Festigen des neuen Sprechmusters 
  • Strukturierte und intensive Nachsorgephase
  • Begleiteter Transfer des Gelernten in den Alltag 
  • Kontinuierliche Erfolgskontrolle

Auch eine gezielte Elternarbeit und –schulung ist für die Sicherung eines dauerhaften Therapieerfolgs unerlässlich. 
Die Entscheidung für oder gegen eine Gruppentherapie bzw. Therapie in Einzelsitzungen liegt beim Betroffenen selbst. Besticht die Therapie in Einzelsitzungen durch eine vertrauensvolle Atmosphäre allein mit dem Therapeuten, so liegen die Vorteile der Gruppentherapie in der motivierenden Orientierung an Gleichgesinnten und der entstehenden Gruppendynamik. Im Rahmen des Konzepts der Kasseler Stottertherapie ist vor allem der Erfahrungsaustausch und die gemeinsame Aufarbeitung und Bewältigung von negativen Sprecherlebnissen für den Therapieerfolg von Bedeutung. Auch die Unterstützung durch andere BetroffeneBetroffene: Bezeichnet einen vom Stottern betroffenen Menschen. und die Verfolgung eines gemeinsamen Ziels steigern die Motivation und die Leistungsbereitschaft.

Haben Sie Fragen rund ums Thema Stottern oder zu unserem Therapiekonzept? - Setzen Sie sich im Rahmen unserer Sprechstunde mit unseren erfahrenen Sprechtherapeuten in Verbindung.