Leitlinie Stottern

Die Leitlinie Stottern wurde von der Deutschen Gesellschaft für PhoniatriePhoniatrie: Phoniatrie: griechisch „Stimmheilung“ - Hauptaufgabe der Phoniatrie ist die Diagnostik und Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen sowie kindlichen Hörstörungen. und PädaudiologiePädaudiologie: Pädaudiologie: Teilgebiet der Audiologie (Wissenschaft des Hörens) – Hauptaufgabe der Phoniatrie ist die Diagnostik und Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen sowie kindlichen Hörstörungen. e. V. (DGPP) entwickelt und soll über das Wesen des Stotterns, die Ursachen und die Wirksamkeit einzelner Therapiemethoden informieren sowie Empfehlungen für die effektive Behandlung von Stotternden aussprechen.

Die Leitlinie richtet sich an Ärzte und sämtliche sich mit Stottern befassende Berufsgruppen und dient als wissenschaftlich begründete Handlungsanweisung zur adäquaten Identifikation, Diagnostik und Behandlung von Stotternden. Sie soll für mehr Sicherheit hinsichtlich der medizinischen Versorgung und den ökonomischen Aspekten sorgen.

>> Die Leitlinie „Redeflussstörungen, Pathogenese, Diagnostik und Behandlung“ finden Sie hier [URL]


Kernaussagen

  • Die erbliche Komponente beim Stottern ist groß (etwa 70 - 80%).
  • Eltern trifft keine „Schuld“. Der sprachliche Umgang mit dem Kind hat keinen primären Ursachenanteil an der Entstehung des Stotterns.
  • Kinder mit spürbarem Leidensdruck sollten frühestmöglich an einer Therapie teilnehmen.
  • Die Verbesserung des Redeflusses und die Kontrolle über den Sprechablauf als oberste Ziele einer Stottertherapie.
  • Reduzierung der häufig sprechbegleitenden negativen Emotionen, insbesondere der Ängste, als weiteres Ziel einer wirkungsvollen Therapie.
  • Starke Empfehlung für die Therapiemethode der „Globalen Sprechrestrukturierung“ (KST). Der Stottermodifikation sowie einer Kombination aus beiden Ansätzen wird ebenfalls eine gute Erfolgsquote zugesprochen.
  • Verlust wertvoller Zeit und Motivation durch das Durchlaufen (zu) vieler ambulanter Therapien mit - wissenschaftlich bewiesener - nachhaltigen Wirkungslosigkeit.
  • Verfahren, die ein Heilungsversprechen geben, sind als unseriös zu bewerten.
  • Nur Therapiemodelle, in denen die NachsorgeNachsorge: Beschreibt sämtliche Aktivitäten und Veranstaltungen zur Auffrischung Vertiefung des Gelernten, der Vorbeugung und Minderung von Rückfällen sowie zur langfristigen Sicherung des Therapieerfolges. ein fester Bestandteil ist, bringen langfristig Erfolg.

Die Kasseler Stottertherapie ist laut der neuen Leitlinie Stottern die weltweit am besten belegte Therapie für Jugendliche und Erwachsene und wird für Stotternde ab 12 Jahren explizit empfohlen. Auch für Kinder ab 9 Jahren wird die „globale Sprechrestrukturierung“ (Konzept KST) empfohlen.