Stottern bei Kleinkindernkreiskinder6-9

„Stottert mein Kind?“ – Sollten sich Eltern oder Erzieher diese Frage über einige Wochen immer wieder stellen, so kann dies der erste Hinweis darauf sein, dass ihr Kind beim Sprechen mehr und auffälligere Unflüssigkeiten zeigt, als es für „Normalsprecher“ üblich ist.

Abgrenzung funktioneller zu stottertypischen Unflüssigkeitenstottertypischen Unflüssigkeiten: Sind überdurchschnittlich häufig, und vom Zuhörer an nicht erwarteten Stellen, auftretende Unflüssigkeiten. Bspw. Wiederholungen von einzelnen Silben oder Lauten, Dehnungen und Blockierungen.

Jeder Mensch neigt beim Sprechen zu Unflüssigkeiten, z. B.:

  • Satzteil-, Wort- und Silbenwiederholungen („Ich will… ich will… ich will Saft haben.“)
  • Pausen
  • FüllwörterFüllwörter: Oft versuchen Stotternde ihre Unflüssigkeiten zu verstecken und zu verheimlichen. Hierbei verwenden sie oft Füllwörter (bspw. äh, ähm, also), um den Sprechfluss aufrecht zu halten und herannahende Blockaden zu umgehen. („und“, „äh“, „hmm“, …)
  • Satzkorrekturen („Dann sind wir… dann haben wir den Bus genommen.“)

Diese „funktionellen Unflüssigkeitenfunktionellen Unflüssigkeiten: Sind „normale“, entwicklungsbedingte Unflüssigkeiten welche vom Zuhörer nicht als auffällig wahrgenommen werden. Bspw. Wiederholungen von ganzen Wörtern oder Phrasen, Pausen, FüllwörterFüllwörter: Oft versuchen Stotternde ihre Unflüssigkeiten zu verstecken und zu verheimlichen. Hierbei verwenden sie oft Füllwörter (bspw. äh, ähm, also), um den Sprechfluss aufrecht zu halten und herannahende Blockaden zu umgehen. (äh, und) und Satzkorrekturen.“ werden auch schon von kleinen Kindern intuitiv genutzt, um ihr Sprechen zu planen. Sie zeigen, dass ein Gedanke noch nicht abgeschlossen ist, oder fordern vermehrt die Aufmerksamkeit eines Zuhörers. „Funktionelle UnflüssigkeitenFunktionelle Unflüssigkeiten: Sind „normale“, entwicklungsbedingte Unflüssigkeiten welche vom Zuhörer nicht als auffällig wahrgenommen werden. Bspw. Wiederholungen von ganzen Wörtern oder Phrasen, Pausen, FüllwörterFüllwörter: Oft versuchen Stotternde ihre Unflüssigkeiten zu verstecken und zu verheimlichen. Hierbei verwenden sie oft Füllwörter (bspw. äh, ähm, also), um den Sprechfluss aufrecht zu halten und herannahende Blockaden zu umgehen. (äh, und) und Satzkorrekturen.“ haben also eine nützliche Funktion in unserer Kommunikation und werden vom Gesprächspartner daher nicht als störend wahrgenommen.

Erst Unflüssigkeiten, die überdurchschnittlich häufig auftreten und noch dazu an Stellen, an denen sie der Zuhörer nicht erwartet, werden vom Gegenüber als stottertypische Unflüssigkeitenstottertypische Unflüssigkeiten: Sind überdurchschnittlich häufig, und vom Zuhörer an nicht erwarteten Stellen, auftretende Unflüssigkeiten. Bspw. Wiederholungen von einzelnen Silben oder Lauten, Dehnungen und Blockierungen. empfunden. Außerdem deuten Wiederholungen und Dehnungen einzelner Laute (K-k-k-katze, Mmmmama) oder Blockaden, bei denen das Kind mit großer Anstrengung versucht ein Wort zu beginnen, auf eine StottersymptomatikStottersymptomatik: Hierunter versteht man die Gesamtheit der kennzeichnenden Merkmale des Stotterns. Es wird zwischen Primärsymptomen (Kernsymptomen) und Sekundärsymptomen (Begleitsymptomen) unterschieden. hin.

Traumatische Erlebnisse, Unfälle, besondere Ereignisse oder das Vorliegen von Sprachentwicklungsstörungen sind nicht die Ursache des Stotterns, können aber dazu beitragen, es auszulösen und aufrechtzuerhalten.

Verlauf eines typischen Stotterbeginns

Der typische Zeitraum für den Beginn des Stotterns liegt zwischen dem 3. und dem 6. Lebensjahr. Ungefähr 5% aller Kinder in diesem Alter haben in ihrer Sprachentwicklung eine Phase, in der sie stottern. Aber nur bei 1% aller Kinder bleibt das Stottern dauerhaft bestehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Stottern mit zunehmendem Alter von allein zurückbildet, ist gering.

Anhand der vorliegenden StottersymptomatikStottersymptomatik: Hierunter versteht man die Gesamtheit der kennzeichnenden Merkmale des Stotterns. Es wird zwischen Primärsymptomen (Kernsymptomen) und Sekundärsymptomen (Begleitsymptomen) unterschieden. sind Rückschlüsse auf ein dauerhaft bestehendes Stottern nicht möglich. Aus diesem Grund ist der veraltete Begriff „Entwicklungsstottern“ irreführend, da auch ein erfahrener Sprachtherapeut zum Zeitpunkt der Vorstellung nur feststellen kann, ob derzeit eine StottersymptomatikStottersymptomatik: Hierunter versteht man die Gesamtheit der kennzeichnenden Merkmale des Stotterns. Es wird zwischen Primärsymptomen (Kernsymptomen) und Sekundärsymptomen (Begleitsymptomen) unterschieden. vorliegt oder ob es sich um „funktionelle UnflüssigkeitenFunktionelle Unflüssigkeiten: Sind „normale“, entwicklungsbedingte Unflüssigkeiten welche vom Zuhörer nicht als auffällig wahrgenommen werden. Bspw. Wiederholungen von ganzen Wörtern oder Phrasen, Pausen, FüllwörterFüllwörter: Oft versuchen Stotternde ihre Unflüssigkeiten zu verstecken und zu verheimlichen. Hierbei verwenden sie oft Füllwörter (bspw. äh, ähm, also), um den Sprechfluss aufrecht zu halten und herannahende Blockaden zu umgehen. (äh, und) und Satzkorrekturen.“ handelt.

Sollten StottersymptomeStottersymptome: Hierunter versteht man die Gesamtheit der kennzeichnenden Merkmale des Stotterns. Es wird zwischen Primärsymptomen (Kernsymptomen) und Sekundärsymptomen (Begleitsymptomen) unterschieden. erkennbar sein, bedeutet das nicht, dass sofort mit einer Therapie begonnen werden muss. Oft reicht zunächst eine gute Elternberatung bei einem auf Stottern spezialisierten Sprachtherapeuten, der Unsicherheiten im Umgang klärt und Hilfestellungen für die richtige Unterstützung des Kindes bietet. Ab wann eine Therapie begonnen werden sollte, ist vom Schweregrad der SymptomatikSymptomatik: Hierunter versteht man die Gesamtheit der kennzeichnenden Merkmale des Stotterns. Es wird zwischen Primärsymptomen (Kernsymptomen) und Sekundärsymptomen (Begleitsymptomen) unterschieden., vor allem aber vom Leidensdruck von Kind und Eltern abhängig.

Abgrenzung altersgemäßer Unflüssigkeiten zu Stottern

Altersgemäße SprechunflüssigkeitenBeginnendes StotternChronifiziertes Stottern
Wort-/Silben-wiederholungenJaJaJa
LautwiederholungenNeinJaJa
Stumme BlockadenNeinJaJa
DehnungenKurz und spannungsfreiSpannung bemerkbar > als 1 SekundeJa
PausenJa, zur SprechplanungJa, zur Sprechplanung und als Folge von Blockierungen der Atmung und ArtikulationArtikulation: Bedeutet frei übersetzt ‚deutliches aussprechen‘. Sie beschreibt den motorischen Prozess des Sprechens sowie die deutliche Aussprache der Laute. Ja, zur Sprechplanung und als Folge von Blockierungen der Atmung und ArtikulationArtikulation: Bedeutet frei übersetzt ‚deutliches aussprechen‘. Sie beschreibt den motorischen Prozess des Sprechens sowie die deutliche Aussprache der Laute.
AtmungUnauffällig, Schnappatmung bei engagiertem ErzählenAtemauffälligkeiten vor oder im Wort möglichAtemauffälligkeiten vor oder im Wort möglich
Veränderung des SprechtemposNeinJaHäufig insgesamt verlangsamt
Veränderung des SprechrhythmusNeinJaJa
StörungsbewusstseinNeinUnklarHäufig vorhanden
BegleitsymptomatikKeineKeineHäufig vorhanden
Quelle: Ochsenkühn, C. & Thiel, M. M. (2005). Stottern bei Kindern und Jugendlichen, Seite 10-16, Heidelberg: Springer Medizin Verlag.


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